Gefahrgut- und Warnhinweise auf Etiketten: Die wichtigsten Systeme
Ein falsches oder fehlendes Gefahrensymbol ist kein Kavaliersdelikt. Die wichtigsten Systeme hinter Gefahrgut- und Warnetiketten im Überblick.
Ein falsches oder fehlendes Gefahrensymbol ist kein Kavaliersdelikt: Es kann im Ernstfall über Sicherheit entscheiden. Die wichtigsten Systeme hinter Gefahrgut- und Warnetiketten im Überblick.
Zwei unterschiedliche Systeme: CLP und ADR
Häufig werden zwei verschiedene Regelwerke durcheinandergebracht. Die CLP-Verordnung regelt die Einstufung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen selbst, also das Etikett direkt auf dem Gebinde, mit den bekannten roten GHS-Piktogrammen. Das ADR-Recht betrifft dagegen den Gefahrguttransport auf der Straße und schreibt eigene, meist quadratisch gestellte orange oder mehrfarbige Gefahrzettel für Fahrzeug und Versandstück vor. Ein Produkt kann also durchaus beide Kennzeichnungen gleichzeitig benötigen, für unterschiedliche Zwecke.
Die neun GHS-Piktogramme
Weltweit einheitlich zeigen neun rot umrandete Rautensymbole auf weißem Grund die Art der Gefahr an: explodierende Bombe, Flamme, Flamme über einem Kreis, Gasflasche, Ätzwirkung, Totenkopf mit gekreuzten Knochen, Ausrufezeichen, Gesundheitsgefahr und Umweltgefahr. Welches Piktogramm im Einzelfall zutrifft, ergibt sich aus der offiziellen Einstufung des jeweiligen Stoffs oder Gemischs.
Signalwörter: Gefahr oder Achtung
Zusätzlich zu den Piktogrammen steht auf einem Gefahrstoffetikett eines von zwei Signalwörtern: "Gefahr" für die schwerwiegendere Kategorie, "Achtung" für die weniger schwerwiegende. Welches Signalwort zutrifft, ist ebenfalls Teil der offiziellen Einstufung und nicht frei wählbar.
Material: robust und dauerhaft
Gefahrstoffetiketten müssen die gesamte Lebensdauer des Gebindes über lesbar bleiben, oft unter chemischer Belastung. Dafür eignen sich stark haftende, permanente Materialien, bei Kontakt mit Feuchtigkeit oder im Außenbereich zusätzlich wetterfeste Folienetiketten. Ein Sicherheitshinweis, der sich einfach ablösen lässt, verfehlt seinen Zweck.